Selbstliebe und meine Leidenschaft zur Fotografie

Aktualisiert: Apr 27


Selbstporträt Jill Abanico mit Pfingstrose
Selbstportät Jill Abanico

Ein Grund, warum ich die Fotografie liebe ist, dass man so viele Geschichten aus einem einzigen Bild herauslesen kann, besonders in der Porträtfotografie. Hier muss man sich in die Situation seines Models hineinversetzen und mit ihr oder ihm auf einer persönlicheren Ebene arbeiten, um ein authentisches Bild von ihr oder ihm zu bekommen. Aber ich habe mich erst so richtig in die Fotografie verliebt, als ich gelernt habe, mich selbst zu lieben. Lasst mich also zuerst etwas über mich selbst erzählen und was ich gelernt habe, um meine Leidenschaft für meinen Beruf zu finden:


Damals im Jahr 2015 hättet ihr mich nicht wiedererkannt


Ich war deprimiert, unglücklich und war nicht in der Lage die Verantwortung für mein eigenes Leben zu übernehmen. Ich hasste mich selbst, ich fühlte mich wertlos, ich hatte sehr ungesunde Freundschaften und Beziehungen und ich hatte einen Job, der mich nicht glücklich machte. Als junge Teenagerin erlebte ich ein sehr traumatisches Ereignis und ich kam nie dazu, das zu verarbeiten, bis ich einen sehr liebenswerten und empathischen Menschen traf, der mir beibrachte, dass genau dieses traumatische Erlebnis der Grund war, warum ich ein so unglücklicher Mensch wurde.


Für mich war es normal, respektlos behandelt zu werden ...


... weil ich mich nicht für einen liebenswerten Menschen hielt, der es verdiente, gut behandelt zu werden. Ich opferte meine Zeit und Energie dafür, für andere Menschen da zu sein, wenn die eine Person, die mich am meisten brauchte, eigentlich ich selbst war.

Unretuschiertes Selbstportät Jill Abanico
Unretuschiertes Selbstportät Jill Abanico

Leider und zum Glück musste ich durch eine noch dunklere Zeit gehen ...


... um dieses traumatische Ereignis zu verarbeiten. Es war eine sehr traurige Zeit, harte geistige und körperlich anstrengende Arbeit: Ich musste mich selbst reflektieren, ich musste die Erinnerungen an das Trauma wieder durchleben, um meine Handlungen und mein Verhalten aufgrund dessen verstehen zu können. Ich musste lernen, achtsam mit meinen Gedanken umzugehen und endlich die Tatsache akzeptieren, was mir in der Vergangenheit passiert ist. Ich war so voller Selbsthass, dass es sehr schwer für mich war, zu lernen, wie ich mich selbst freundlich behandeln kann, wie ich mich selbst wirklich lieben kann.


Heute weiß ich, dass ich nichts an dem ändern kann, was mir passiert ist, aber ich bin zutiefst dankbar, dass ich das alles durchgemacht habe, denn es hat mich zu dem einzigartigen, starken und positiven Menschen gemacht, der ich heute bin. Und sobald ich lernte, mich selbst zu lieben und zu respektieren, begannen mein Verstand, mein Herz, meine Ohren und meine Augen, sich für die positiven Dinge im Leben zu öffnen und sie anzuziehen. Ich habe die Liebe meines Lebens gefunden, bin von Freunden umgeben, die mich respektieren und ich habe einen Beruf gefunden den ich von Herzen gerne mache.


Anstatt zuzulassen, dass die Leute mich schlecht behandeln, beschloss ich, sie gehen zu lassen und erlaubte ihnen nicht mehr, Teil meines Lebens zu sein. Ich musste erst allein sein und mein eigenes Leben bewältigen, um zu heilen und mehr Raum für mich selbst zu haben. Ich lernte, meine Gefühle und Gedanken zu beobachten, und mit der Zeit fiel es mir leichter, mich mehr auf die positiven als auf die negativen Seiten des Lebens zu konzentrieren. Natürlich gibt es immer etwas Negatives im Leben, aber so verhält es sich im Leben. Es muss immer ein Gleichgewicht geben. Und all diese negativen Erfahrungen waren in Wirklichkeit nicht wirklich negativ, es war meine Perspektive und meine eigene Entscheidung, diese Ereignisse als negativ zu bewerten. Wir Menschen neigen dazu, die Welt in positiv und negativ aufzuteilen - Ende der Geschichte.


Ereignisse, die einem im Leben passieren, können sowohl positiv als auch negativ sein, aber es liegt an einem selbst, zu entscheiden, ob man darüber traurig ist oder daraus lernt und weitermacht.


In Bezug auf diesen Weg, den ich gegangen bin, behaupte ich, dass Empathie eine meiner Superkräfte ist, und ich beziehe das in meine Portätfotografie mit ein. Beauty und Mode beiseite, das ist es, worum es bei meiner fotografischen Arbeit wirklich geht!


Ich versetze mich in die Situation meiner Models und versuche, ihr authentisches Selbst zu enthüllen und ihnen zu zeigen, wie schön sie sind. Ich verstehe, wenn es Dinge gibt, die sie nicht an sich mögen, aber ich verurteile sie nicht dafür. Es kommt darauf an, wie das Leben uns geformt hat und wie wir uns selbst wahrnehmen. Versuche also sanft und liebevoll mit dir selbst umzugehen. Lasse dich nicht von deinen negativen Gedanken einnehmen und arbeite daran dich so zu akzeptieren wie du bist und vor allem zu fühlen wie es ist dich selbst zu lieben.


Jill


Self portrait Jill Abanico
Self portrait Jill Abanico